Nordische Mythologie

 

Schon seit Urzeiten erzählten sich Menschen unterschiedlicher Völker immer wieder Geschichten, die im Laufe der Zeit zu Mythen mutierten. Aus diesen wiederum erwuchsen oftmals Religionen, die, anstatt dem eigentlich zugrunde liegenden spirituellen Zweck zu dienen, von diesem entfremdet und überwiegend zur Kontrolle der Menschheit und zum Zwecke der Machtausübung missbraucht wurden.

 

Einige Mythen sind uns von dem räuberischen Seefahrervolk der Wikinger bekannt, welches zwischen ca. 780 und 1070 große Teile Nordeuropas eroberte, sogar Teile der Britischen Inseln, Spaniens, Frankreichs, Russlands, Islands und Grönlands kolonisierte. Andererseits waren die Wikinger keinesfalls nur blindwütige Berserker, sondern auf der einen Seite auch ein friedlebendes Volk, dessen Bevölkerung zum großen Teil sesshaft wurde und unter anderem mit der Bewirtschaftung von Grund und Boden und der sinnvollen Nutzung natürlicher Gegebenheiten meist zum Wohle der Stammesgemeinschaft agierte. 

Werte und Tugenden, wie z. B. Tapferkeit, Loyalität, Ehre, Heldenmut oder Wahrhaftigkeit spielten bei unserer Vorfahren eine wichtige Rolle. Das Leben unserer Ahnen war mitunter auch geprägt von der Hingabe zur spirituellen Interaktion zwischen Mensch und Umwelt und bestimmt vom ewigen natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehenes, sowie von der Einheit der Dualitäten.

Nur in unseren Erinnerungen, in Sinnen des Empfindsamen kann diese Relation zu den Göttern, zum Unsterblichen, die alte Weisheit der Altvorderen aufrecht erhalten werden.

 

Man unterscheidet bei den nordischen Mythen zwischen der vermutlich älteren Lieder-Edda, welche Helden-/und Götterlieder in poetischer Dichtung enthält und der sogenannten Prosa-Edda, welche, die nordische Götterwelt umfangreich beschreibend, vermutlich von dem isländischen Dichter Snorri Sturluson um ca. 1220 niedergeschrieben wurde. Obgleich zu dieser Zeit schon christlich geprägt, geht man heute davon aus, dass Snorri sich bei der Verfassung der Prosa-Edda fast ausschließlich an die mündlich tradierten Überlieferungen des nordischen Heidentums gehalten hat ohne diese durch das christliche Weltbild zu verfärben. Die Prosa-Edda beinhaltet aber auch Liederstrophen und sollte unter anderem als Lehrbuch für höfisch ansässige Skalden (=Dichter) dienen.

  

Mythologien sind fantastisch anmutende

Erzählungen über göttliche und andere fremd erscheinende Wesen und deren natürliche Beziehung zu den Menschen. Die Definition ließe sich erweitern durch die Integrierung von Geschichten, die sich universalen Wahrheiten widmen und die der  Vermittlung von Werten dienen, die meiner Meinung nach jedoch nur intuitiv von einem Individuum erfahren, dem Menschen die Identifikation als untrennbarer Teil eines Ganzen ermöglichen. Oder richtiger ausgedrückt müsste es heißen: Meiner Meinung nach gibt es im Grunde nur das All-Eine, etwas wo nichts mehr aufeinander bezogen ist, sondern wo nur noch Beziehung herrscht. Mit dieser Aussage wage ich mich allerdings auf holistisches Terrain. Ob solch eine "Idee" auch schon bei unseren Vorfahren vorhanden war sei einmal dahingestellt... Ich denke, dass Mythen unter anderem in ihren äußerlichen Erscheinungsformen eine mehr oder weniger unbewusste innwendige Sehnsucht der Menschheit nach sozialer Geborgenheit, zwischenmenschlicher Kommunikation und Vollkommenheit wiederspiegeln. Sollten sie nicht eher relativ betrachtet auf die selbstschöpferischen  Prozesse eines jeden Menschen bezogen werden, statt die Perspektivbetrachtung auf belanglose Äußerlichkeiten zu richten, die in ihrer siechenden Impermanenz oft viel zu leicht dem permanenten Missbrauch und der Manipulation durch irreführende Politik und religiöser Heuchelei preis gegeben werden können!? (mehr dazu siehe weiter unten).

 

Das Interessante an einem Mythos ist sicherlich die Ungebundenheit der erzählerischen Form, welche dem Leser stets unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten offen hält. Allerdings hat dies auch den Nachteil, dass Mythen oftmals zu rein egoistischen, intoleranten Zwecken verwendet werden oder Gründungsmythen als Legitimation des Machtanspruches über ein bestimmtes Volk erfunden werden.

 

 

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