Höllenvolk

 

Hel:

 

Hel ist in der nordischen Mythologie sowohl der Name der Unterwelt als auch der ihrer Herrscherin.

Die Hel ist Göttin der Toten. Sie gilt als die Tochter Lokis und der Riesin Angrboda und ihre beiden Geschwister sind der Fenriswolf und die Midgardschlange Jormungandr.

 

Hels äußere Erscheinung ist sehr ungewöhnlich.

Von der Taille aufwärts ist sie rosig und warm, doch ihr Unterkörper ist halb verfault und daher geprägt von grünlicher Farbe. Man kann sie also als halb lebendig, halb tot betrachten. Ihr Wesen ist von Dunkelheit gezeichnet.  

 

 

 

Einst wird sie mit ihren Geschwistern zusammen von den Göttern aus Furcht vor der Saat Lokis nach Asgard gebracht. Nachdem der Fenriswolf angekettet und die Midgardschlange von Odin ins Meer geworfen wird, verbannen die Götter die Hel aus Asgard, worauf sie in dunklen Gefilden ihre neue Wohnstätte, das kalte Totenreich Hel (=Helheim) gründet, in dem sie sich den Saal Eljudni (=Plage) errichtet. Bewacht wird der Eingang zu Hels Reich von dem Höllenhund Garm. In ihr Totenreich kommen die an Alter und Krankheit Verschiedenen. Die Ehrlosen geleitet sie mit ihrem dreibeinigen Pferd Helhesten direkt ins unwirtliche Niflheim.

 

 

 

Fenrir:

 

Der Wolf Fenrir, auch Fenriswolf genannt, ist der erste Sohn des Halbgottes Loki und der Riesin Angrboda. Seine beiden Geschwister sind die Totengöttin Hel und die Midgardschlange Jormungandr. Fenrir ist in den düsteren Gefilden der Unterwelt beheimatet und ist von furchterregender Gestalt.

 

 

Nach einer Weissagung der Nornen an Odin soll der Fenriswolf ein Zeitalter des Beiles, des Schwertes, des Windes und schließlich des Wolfes und dadurch auch die vollständige Zerstörung der Welt einleiten.

 

Fenrir wird einst bei Ragnarök Odin verschlingen.

 

Der Fenriswolf ist nicht zu verwechseln mit den Wölfen Skalli und Hati, seine Kinder, welche Sonne und Mond über den Himmel jagen und diese zu Ragnarök verschlingen werden.

 

 

Mythen über Fenrir:

 

Fenrirs Fesselung:

 

Einst bemerken die Götter, dass vom Fenriswolf eine immer ernster zu nehmende Gefahr ausgeht, da er fortwährend kräftiger und größer wird. Aus Furcht er könne einmal die Götter verschlingen entschließen sie sich Fenrir nach Asgard zu bringen und ihn dort zur Sicherheit mit einer Kette für ewig zu binden. Die ersten beiden Versuche den Wolf mit den zwei schweren Ketten Leding und Dromi an einen Felsen zu fesseln schlagen fehl, da Fenris beide Ketten ohne Mühe zerreißt.

 

Das neue, von Zwergen geschmiedete magische Band Gleipnir, bestehend aus den Sehnen der Bären, dem Atem der Fische, den Bärten der Frauen, dem Speichel der Vögel, dem Geräusch eines Katzentritts und den Wurzeln der Berge, das so leicht aussieht wie ein Faden, aber extrem wiederstandsfähig ist, soll nun Abhilfe schaffen und den Fenriswolf binden. Tyr verliert bei der Ankettung des Fenriswolf seine rechte Hand, nachdem er sie als Pfand in sein Maul legt und Fenrir Verdacht über die ihm drohende Gefahr schöpft (mehr hierzu siehe "Mythen über Tyr"). Nach der erfolgreichen Ankettung halten die Götter das Maul Fenrirs mit einem Schwert offen.

 

So bleibt Fenrir bis zum Anbruch Ragnaröks an einem Felsen angekettet. Zu Ragnarök reißt er sich aber los und steuert mit Hels Gefolge zum Martyrium der Götterwelt bei. In der letzten Schlacht verschlingt er mit seinem Maul, das vom Boden bis zum Himmel reicht den weisen Allvater Odin, welcher jedoch von einem seiner Söhne, Vidar gerächt wird.

 

 

 

Jörmungandr:

 

Jörmungandr ist die allumfassende Midgardschlange, die Midgard komplett umringt und bedeutet soviel wie "Großes Ungeheuer". 

 

 

Sie wächst so lange, bis ihr Maul an ihren Schwanz reicht, ein Symbol für die Unendlichkeit. Sie ist neben Fenrir und Hel eines der Kinder des Halbgottes Loki und der Riesin Angrboda. Seit ihrer Verbannung in das Meer durch Odin, haust sie in den Tiefen der Ozeane.

 

In der letzten Schlacht töten sich Jörmungandr und Thor gegenseitig.

 

 

Mythen über Jörmungandr:

 

Jörmungandrs Verbannung:

 

Aus Furcht, Hels Gefolge könne einmal Verheerung über die Welt bringen entscheidet sich Odin, neben der Fesselung Fenrirs, die Midgardschlange ins Meer zu werfen, damit sie nicht an Land ihr Unwesen treibe. Jörmungandr sinkt auf den Grund des Ozeans, wo seine Gestalt an Größe zunimmt, solange bis sein Kopf bis an den Schwanz reicht, um diesen zu verschlingen.

 

Es heißt, dass Thor der Midgardschlange drei mal begegnet sei. Einmal, als er mit dem Riesen Hymir auf den Ozean hinausrudert, um das Biest zu erlegen, was jedoch fehlschlägt, da Hymir beim Erscheinen Jörmungandrs, von Schreck ergriffen, aus Versehen die Leinen kappt und der Midgardschlange so die Flucht ermöglicht.

 

In Utgard trifft Thor abermals auf die Midgardschlange, die er in Form einer Katze stemmen soll, was ihm jedoch aufgrund des enormen Gewichts Jörmungandrs nicht gelingt.

 

Die letzte Zusammenkunft der beiden Kontrahenten erfolgt zu Ragnarök, wo sich Thor und Jörmungandr gegenseitig den Tod bringen.

 

 

 

Garm:

 

Garm ist in der nordischen Mythologie der Wächter der Unterwelt. Man bezeichnet ihn auch als Höllenhund.

 

 

In der am Fluss Gjöll gelegenen Höhle Gnipahellir treibt Garm sein Unwesen und bewacht dort die Pforten zur Unterwelt Hel. Der Höllenhund stürzt sich auf jedes Wesen, das sich der Unterwelt nähert.

 

Zu Ragnarök wird sich Garm von seinen Ketten befreien und an der Seite der Riesen gegen die Asen kämpfen. Am Ende finden die Kontrahenten Tyr und Garm beide den Tod in der letzten Schlacht.

 

 

 

Nidhöggr:

 

Nidhöggr entstammt dem Altgermanischen und bedeutet "Der hasserfüllt Schlagende". Er erscheint als Totendrache, der das Blut der Toten trinkt und Leichen frisst.

 

 

In der nordischen Kosmologie liegt seine Heimat unter der dritten Wurzel Yggdrasils, bei der Quelle Hvergelmir, im eisigen, nebligen und dunklen Niflheim, der untersten der neun Welten.

 

Unablässig nagt Nidhöggr an der dritten Wurzel Yggdrasils und versucht den Weltenbaum zu verschlingen, in der Hoffnung dem Kosmos Schaden zufügen zu können und durch die Vernichtung des Baumes das Ende der Welt einzuleiten. Die Wunden Yggdrasils werden von den drei Nornen mithilfe des feuchten Quellsandes des Urdbrunnens geheilt.

 

In Nidhöggrs Gesellschaft befinden sich die beiden Schlangen Moinn und Goinn, die aber eher eine untergeordnete Rolle spielen. Der Menschenwürger, wie er auch genannt wird, lebt in ständigem Streit mit dem Adler, der in den Wipfeln Yggdrasils beheimatet ist. Nidhöggr und der Adler verkörpern die Gegensätze der Welt:

 

- Gut und Böse

- Licht und Finsternis

- Leben und Tod

 

Nidhöggr überlebt Ragnarök, da er selbst nicht aktiv an der Schlacht teilnimmt, sondern an deren Ende, die Leichen der Toten einsammelt und verspeist. Danach muss er der Macht Allvaters weichen und verschwindet von der Bildfläche. Ob er letztlich auf ewig stirbt oder wieder nach Niflheim hinabsinkt, um in späteren Zeiten erneut Unheil stiften zu können, bleibt ungewiss. 

 

 

 

Skoll & Hati:

 

Die Wölfe Skoll (=Stürmer) und Hati (=Hass) sind die beiden Zwillingssöhne des Fenriswolfs. Sie werden von den Riesen ausgesandt, um Sonne (=Sol) und Mond (=Mani) zu verschlingen.

 

Dabei jagt Skoll den Sonnenwagen der Sonnengöttin Sol über den Himmel und Hati den Wagen des Mondgottes Mani.

 

 

Die beiden Kinder Fenrirs werden die beiden Gestirne jedoch erst zur Zeit Ragnaröks einholen und verschlingen.