Götter und Mythen

   

Odin:

 

Odin ist König und Stammvater der Götter. Sein Sitz hat er in Asgard im Götterpalast Valaskialf oder in Gladsheim, wo sich auch die Walhall befindet. Mit seiner Frau Frigga hat er die Söhne Balder, Hermod und Hödur. Neben seiner eigentlichen Beziehung mit Frigga verkehrt Odin nebenbei mit mehreren Riesinnen, mit denen er einige weitere Kinder zeugt. Mit der Riesin Jörd ist er der Vater von Thor, mit der Rind hat er einen Sohn namens Wali, die Grid schenkt ihm den Nachkommen Widar und aus einem Techtelmechtel mit gleich neun Ägirstöchter resultiert sein Sohn Heimdall.

 

Er ist es auch der zusammen mit seinen Brüdern aus den Gebeinen des Urriesen Ymir die Welt geformt hat. Dadurch begründet sich auch sein Beiname Allvater. Odin ist unter zahlreichen Namen bekannt (z.B. Grimnir o.a.), die er zumeist als Decknamen bei seinen Reisen durch Midgard verwendet.

 

Odin ist als Gott des Krieges, der Weisheit, der Zauberei und der Ekstase, sowie als Gott der Poesie und des Todes bekannt. Als Sturmgott ist er Anführer des wilden Heers.

 

Wichtige Attribute Odins sind seine Einäugigkeit, die er mit einer Kapuze zu verschleiern vermag. Daher wird Odin oft auch als geheimnisvoller Wanderer mit Kapuze geschildert. Des weiteren trägt er einen blauen Mantel und einen Streithelm.

 

 

Odin besitzt auch einen Thron namens Hlidskialf, von dem aus er die ganze Welt überblicken kann. Nur ihm und seiner Frau Frigga ist es gestattet dort Platz zu nehmen. Zwei Raben kreisen um Odin, Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung), die ihm stehts ferne Kunde aus anderen Ländern bringen. An seinem Throne sitzen die zwei Wölfe, Geri und Freki, die seine Speisen verzehren. Es genügt Odin Wein zu genießen. Sein Speer Gungnir verfehlt nie sein Ziel. Außerdem besitzt Odin den vom Zwergen Sindri geschmiedeten kostbaren Ring Draupnir, von dem jede neunte Nacht acht gleichwertige Ringe abfallen. Ihm verdankt er seinen Reichtum. Sein achtbeiniger Hengst Sleipnir reitet so geschwindt, dass er als das schnellste Pferd überhaupt gilt.

 

Der Allvater heißt auch Walhall sein Eigen, eine monumentale Halle aus vergoldeten Schilden und 540 Räumen bestehend. Nur die Einherjer, die tapfersten aller in einer Schlacht gefallenen Krieger werden von den wunderschönen Walküren von der Erde in den Himmel nach Walhall geholt und dürfen sich dort in der Gesellschaft mit Odin des Glückes erfreuen.  

 

 

Mythen über Odin:

 

Odins Selbstopfer und die Suche nach Allwissenheit: 

 

Auf der Suche nach dem geheimen Wissen der Runen hängt Odin sich neun Tage und neun Nächte lang, durchbohrt von seinem Speer Gungnir, an der Weltenesche Yggdrasil auf. Dort stirbt er symbolisch und inkarniert später wieder. Rufend nimmt er die mächtigen Zauberrunen auf. Zusammen sind es 18 Runen, mitunter zum Zwecke des Schutzes, der Heilung und der Liebe.

 

Um noch mehr Weisheit zu erwerben ersucht Odin den weisen Riesen Mimir in Jotunheim um Rat. Odin fordert von Mimir, dass er ihm einen Blick in die Quelle des Wissen gewähre. Mimir willigt ein, jedoch nur unter der Bedingung, dass Odin ihm dafür ein Auge opfere. Odin erklärt sich schließlich einverstanden und erhält Einsicht in Mimirs Born. Anschließend deutet der Riese ihm die magischen Runen und er erwirbt die Allwissenheit.

Von nun an ist sich Odin bewusst über sein eigen und der Asen Schicksal.

 

Odin weiß nun auch, dass er in der letzten Schlacht, bei Ragnarök, gegen den Fenriswolf fallen wird, da er nun durch sein erworbenes Wissen selbst in die Zukunft blicken kann und die Schicksalsfäden, die die Nornen spinnen zu durchblicken vermag. Er kann sich nun also auf sein Schicksal vorbereiten und es herausfordern und schart daher die tapfersten aller in einer Schlacht gefallenen Krieger, die sogenannten Einherjer um sich, die ihm und den anderen gutgesinnten Göttern bei Ragnarök beistehen werden.

 

 

Der Raub des Skaldenmets Odrörir: 

 

Nach dem Krieg zwischen den beiden Göttervölkern, den Wanen und den Asen und einem Geiselaustausch spucken zur Friedensbesiegelung alle Götter in eine Schüssel. Aus dem Speichel entsteht das erstaunlich weise Zwergenwesen Kvasir, welches jedoch von den beiden Schwarzalben Fjallar und Gallar ermordet und sein Blut in zwei Kesseln aufgefangen wird. Aus Kvasirs Blut brauen sie unter Beimischung von Honig einen speziellen Zaubertrank, den Skaldenmet (Dichtermet) Odrörir, durch dessen Genuss ein jeder zu einem Dichter werden kann und heilige Weisheit erlangen kann.

 

Später töten die beiden Schwarzalben den Riesen Gilling durch Ertränken und seine, um ihn trauernde Frau, erschlagen sie mit einem Stein, um sie mundtot zu machen. Gillings Sohn Suttung rächt sich an den beiden Alben, indem er sie in eine ausweglose Situation versetzt, um ihnen den Skaldenmet zu entwenden. Der Riese Suttung versteckt den Met im Berg Hnitbjörg, wo ihn seine Tochter Gunnlöd bewacht.

 

Um an den Skaldenmet zu kommen, zieht Allvater Odin aus und trifft auf die Knechte des Riesen Baugi. Mit List bringt er sie dazu, einander zu töten und arbeitet dann selbst als Mäher unter anderem Namen bei ihm. Er ersetzt in seiner Tätigkeit neun Knechte und als Lohn dafür soll er sich an einem Schluck Skaldenmet erlaben dürfen. Baugi läuft daraufhin mit seinem Knecht zu seinem Bruder Suttung, welcher sich jedoch weigert auch nur einen Tropfen des Mets herzugeben.

 

Durch Verwandlung in eine Schlange gelingt es Odin in den Berg des Riesen zu gelangen. Hier verbringt er drei Nächte mit der Riesin Gunnlöd, die ihm schließlich zum Dank drei Schlücke des Skaldenmets Odrörir gewährt. Odin schluckt den Met jedoch nicht hinunter, sondern verwandelt sich in einen Adler und fliegt nach Asgard, um den Dichtermet dort in eine Schüssel der Asen zu spucken.

Durch diese Heldentat wird Odin von nun an auch zum Dichtergott erhoben und besitzt magische Kräfte.

 

 

 

Vili & Ve:

 

  

Vili (=Hönir) ist ein Meer- und Wassergott, Wolkengottheit, Frühlings- und Jahresgott und Herr der Schwäne. Ve ist ein Feuergott, Gott der Fruchtbarkeit und Schutzgott menschlicher Gemeinschaft. Beide sind Brüder Odins. Ihre Eltern sind der Gott Bör und die Riesin Bestla. Der Großvater der Gebrüder ist Buri, der älteste Ahne der Götter. Vili und Ve helfen ihrem Bruder Odin unter anderem bei der Strukturierung der Welt aus dem Urchaos und bei der Schaffung der ersten beiden Menschen.

(Mehr hierzu, siehe Button "Die Schöpfung aus dem Urchaos")

 

 

 

Loki:

 

Loki ist der Gott des Feuers. 

Er ist zusammen mit seinen zwei Brüdern Byleist und Helblindi einer der drei Söhne zweier Riesen namens Farbauti und Laufey, wächst aber als Odins Stiefbruder auf. Sein Charakter ist sehr zwiespältig. Einerseits ist Loki sehr listenreich und klug, wenn es darum geht den Göttern aus brenzlichen Situationen zu helfen, andererseits aber sehr intrigant und von Boshaftigkeit geprägt, um Unfrieden zu stiften und durch Täuschung Verwirrung zu schaffen.

 

In Lokis Besitz befinden sich verzauberte Schuhe, mit denen er in der Luft und auf dem Wasser gehen kann. Er ist ein Meister der Metamorphose und kann sich in verschiedene Geschöpfe verwandeln. So tritt er z.B. als Adler, Stute, Lachs, Fliege, Floh oder altes Weib auf.

 

Mit der Riesin Angrboda hat er drei Kinder, den Fenriswolf, das schlangenhafte Meeresungeheuer Jormungandr und die Hel, Wächterin der Totenwelt. Seine Frau Sigyn gebiehrt ihm die Kinder Narfi und Wali.

 

Durch Lug und Trug hat er auch den Tod des lichten Gottes Balder auf dem Gewissen, indem er den blinden Hödur dazu anstiftet einen Mistelzweig auf Balder zu werfen, welcher den Tod Balders einleitet. Allerdings trifft Loki für diesen Frevel die Strafe der Götter, indem er an seinen Därmen an einem Felsen angekettet wird.

 

 

 

Loki ist es auch, der durch Täuschung in Gestalt einer Stute, den Hengst des Riesen Hrimthurs, Swadilfari verführt und so das Pferd Sleipnir gebiehrt, das er Odin zum Geschenk macht. Es ranken sich zahlreiche Mythen um Loki, so hilft er z.B. Thor seinen Hammer Mjöllnir, der ihm gestohlen wird wieder zurückzugewinnen oder verändert seine äußere Form um durch Listen Freveleien unter den Völkern zu schüren. Bei der letzten Schlacht der Götter, Ragnarök, steht er auf Feindesseite mit den Riesen vereint, um gemeinsam mit ihnen den Untergang der Götter und damit der Welt zu besiegeln.

 

 

Mythen über Loki:

 

Bau Asgards; Sleipnir:

 

Beim Bau der Götterfestung Asgard bietet der Riese Hrimthurs ohne sich als solcher erkenntlich zu geben den Asen seine Hilfe als Baumeister bei der Errichtung Asgards an. Unter der Voraussetzung, dass er innerhalb einer bestimmten Frist das Werk erfolgreich vollendet darf er zur Belohnung die Freya zur Frau nehmen. Die Götter setzen dem Riesen eine solch kurze Frist, dass sie es für unmöglich halten, dass er die Freya jemals bekommen wird.

 

Hrimthurs hat jedoch einen Hengst namens Swadilfari, der ihm beim Bau Asgards gute Dienste leistet. Nach einer gewissen Zeit scheint es so als könne Hrimthurs das Werk durch Hilfe seines Hengstes doch noch innerhalb des gesetzten Termins fertigstellen.

Also wendet Loki eine List an und verwandelt sich in eine Stute um den Hengst des Riesen heimlich zu verführen, auf dass Hrimthurs sein Werk nicht mehr zum vereinbarten Termin vollenden könne. So zeugt Loki mit dem Hengst Swadilfari das achtbeinige und zugleich schnellste Pferd Sleipnir, welches er später Odin als Geschenk überreicht. Als Hrimthurs den Bau nicht erfolgreich abschließen kann ist er erzürnt, da er die Freya nicht bekommen kann und gibt sich als Riese zu erkennen. Sogleich greift Thor nach seinem Hammer Mjöllnir und erschlägt den Riesen.

 

 

Das Haar der Sif; Erwerb von Skidbladnir, Gungnir, Gullinborsti, Draupnir und Mjöllnir


Einmal hat Loki der Sif, Thors Gattin, hinterlistig das Haar geschoren. Thor ist erzürnt und zwingt Loki der Sif von den Zwergen neues Haar machen zu lassen, das wie echtes wachsen müsse. Loki begibt sich darum zu den Söhnen des Zwerges Ivaldi nach Schwarzalbenheim und erhält für die Sif goldenes Haar, dazu das Schiff Skidbladnir und den Speer Gungnir.

Es kommt zu einer Wette zwischen Loki und dem Zwerg Brock, Sindris Sohn. Loki meint, dass dieser nicht die Gabe besäße, die von dem Zwerg Ivaldi empfangenen Werke zu überbieten. Sindri legt daraufhin erst eine Schweinshaut, dann Gold und schließlich Eisen in die Glut, Brock bedient den Blasebalg. Obwohl er während der Arbeit von einer Fliege geplagt wird gelingt ihm die Fertigung des Ebers Gullinborsti, des Ringes Draupnir und des Hammers Mjöllnir.

Daraufhin bringen Loki und Brock die angefertigten Werke nach Asgard, um ein Urteil zu empfangen. Die Asen halten Brocks Schmiedekunst für höchst lobenswert und Loki verliert die Wette. Loki kann zwar sein Leben retten, doch näht ihm Brock mit dem Riemen Wartari (Lippenreißer) den Mund zu.

 

 

Die Entführung und Wiedergewinnung der Idun:

 

Einmal schlachten Odin, Vili und Loki auf einer Fahrt einen Ochsen, jedoch gelingt es ihnen nicht ihn zu kochen. Daraufhin kommt der Riese Thjazi in Adlergestalt herbeigeflogen und sichert ihnen seine Hilfe zu. Allerdings unter der Bedingung, dass er auch einen gewissen Anteil an der Beute erhält. Loki missfällt dies allerdings und versucht den Adler wegzustoßen. Dieser reißt ihn jedoch mit sich in die Lüfte und fliegt mit ihm als Gefangener nach Jotunheim. Thjazi will Loki nur frei lassen, wenn er es fertig bringt die unschuldige Göttin Idun und ihre Äpfel der Jugend zu rauben und ihm zu übergeben. Loki willigt ein und hat Erfolg bei der Entführung. Als die Asen das angerichtete Unheil realisieren rufen sie Loki zu sich. Ohne die Äpfel unterliegen die Götter dem Alterungsprozess und fordern ihn daher auf die Idun und die Äpfel der Jugend umgehend wiederzubeschaffen. Anschließend leiht sich Loki Freyas Falkengewand und rettet in Gestalt eines Falken die schöne Idun und die Äpfel aus den Fängen des Adlers. Von Thjazi verfolgt schafft es Loki noch unversehrt nach Asgard und liefert den Göttern was ihnen gestohlen ward. Die Asen erschlagen daraufhin den Riesen Thjazi.

Die Tochter des Riesen, Skadi, verlangt daraufhin Buße. Loki bringt sie daraufhin zum Lachen, indem er um die Hoden des Njörd eine Ziege bindet.

 

 

Lokis Zankreden und Gefangennahme:

 

Bei einem Festgelage in der Halle des Riesen Ägir, das die Götter nach Balders Tod abhalten, verspottet und beleidigt Loki alle anwesenden Götter. Eines der ersten Opfer ist der sonst als Redner und Dichter hochgeschätzte Bragi, dem der Spötter mangelnden Heldenmut vorhält. Der Dichtergott wehrt sich nur spärlich und meint, dass er dem Loki seinen Kopf abtrennen würde, wenn es kein friedliches Fest wäre. Loki jedoch wirft noch weitere Beleidigungen in den Raum. Erst Thors deutlicher Hinweis auf Mjöllnir treibt Loki zum Abzug, da er allein vor Thor und seinem mächtigen Hammer Respekt hat. Die Götter haben die Schnauze gestrichen voll von all den Freveleien, die Loki bereits in der Vergangenheit angerichtet hat und nie dafür büßen musste. Nach der Initiation des Mordes an dem von allen geliebten Gott Balder, haben die Götter genug von Lokis Abscheulichkeiten und beschließen ihn endlich zu fangen, um ihn zu bestrafen.

 

Loki flieht nun in die Berge, verwandelt sich in einen Lachs und versteckt sich am Wasserfall Franangr, wo er darüber nachsinnt was die Asen wohl unternehmen würden. Einmal flechtet er sich aus Flachs ein Netz, stellt dann aber fest, dass die Asen ihn entdeckt haben, denn Odin hat ihn von seinem Hochsitz Hlidskialf aus erspäht. Rasch wirft Loki das Netz ins Feuer und begibt sich als Lachs verwandelt ins Wasser. Die Asen kommen Loki langsam auf die Spur und Thor gelingt es schließlich ihn zu fangen.

 

 

Lokis Gefangenschaft:

 

Narwi, ein Sohn Lokis wird von seinem Bruder Wali, den die Götter zuvor in einen Wolf verzaubern, zerrissen.

Die Asen schleppen Loki in eine Höhle und ketten ihn mit dem Gedärm Narwis an drei Felsen.  Loki wird an Schultern, Lenden und Kniegelenken an die Felsen gefesselt. 

Überdies nimmt die Skadi eine Giftschlange und befestigt sie über Lokis Gesicht, sodass ihm ihr Gift schmerzhaft in die Augen tropft. Dies soll sein mangelhaftes Gewissen darstellen und ihn an seine Taten erinnern. Lokis Frau Sigyn steht ihrem Gatten bei und versucht das herabtropfende Gift in einer Schale aufzufangen, doch muss diese regelmäßig geleert werden wenn sie voll ist. In solchen Augenblicken trifft das Gift Loki und er windet sich in Pein, wovon die ganze Erde erbebt. Daher sollen die Erdbeben stammen, unter denen Yggdrasil erzittert. Das Böse ist durch Lokis Fesselung nicht aus der Welt geschafft, sondern lebt in seinen Kindern weiter. Am Tage Ragnarök wird Loki frei kommen und die Riesen in den Krieg gegen die Asen führen, um deren Schicksal zu besiegeln.

 

 

 

Thor:

 

Thor ist der Sohn Odins und der Jörd (Erde). Er ist Odins erstgeborener Sohn und gilt als Donnergott und Beschützer der Menschen vor den Riesen, gegen die er eine große Antipathie hegt.

Als Ase wohnt er auf seiner Burg Thrudvangr und nennt dort den Palast Bilskirnir sein Eigentum.

 

Mit seiner hübschen Frau Sif hat er eine Tochter namens Thrud (Kraft). Obwohl er gegenüber Riesen abgeneigt ist kann er seine Finger nicht von der Riesin Jarnsaxa lassen, mit der er die Söhne Magni und Modi zeugt. Thor mag Magni am liebsten, da er den Mut und die Kraft seines Vaters ausstrahlt.

 

Der Donnerer, wie Thor auch genannt wird, besitzt drei magische Gegenstände. Mit seinem von den Zwergensöhnen des Ivaldi geschmiedeten brachialen Hammer Mjöllnir, welcher auch unter dem Namen "der Zermalmer" Anklang findet, hält er seine Feinde gut in Schach. Vor allem seine Erzfeinde, die Riesen. Mjöllnir kann von Thor geworfen werden und trifft sein Ziel immer. Danach kehrt er wie ein Bumerang in seine Hände zurück. Es ist die mächtigste und gefürchtetste Waffe überhaupt. 

Im Kampf besiegt Thor unter anderem mit dessen Hilfe die Riesen Geirröd, Hrungnir, Hymir, Skrymir, Thrivaldi, Thjazi und Thrym.

Außerdem kann er sich den Gürtel Megingiard anlegen, um dadurch doppelte Kraft zu gewinnen. Des Weiteren besitzt er eiserne Handschuhe mit denen er seinen Hammer leicht zu umfassen vermag, mit welchem er mit unbändiger Kraft die Feinde der Götter und Menschen zermalmen kann. Thor hat einen roten Rauschebart, kann Unmengen an Speisen verzehren und ist leicht reizbar.

Sein gereiztes Temperament beruhigt sich aber schnell wieder.

 

Zur Fortbewegung nützt er meist seinen Streitwagen, welcher von den zwei Ziegen Tanngnjoster (Zähneknirscher) und Tanngrisnir (Zähnefletscher) gezogen wird. Um seinen Hunger zu stillen können beide Ziegen von Thor verspeist und anschließend mit seinem Hammer wiederbelebt werden.

 

 

Ihm obliegt die Kontrolle über Blitz und Donner. Der Donner wird von den Rädern seines Streitwagens erzeugt und der Blitz entzündet sich an den Donnerkeilen, die er zur Erde schleudert. Um Thor ranken sich vielerlei Mythen, darunter auch abenteuerliche Reisen nach Utgard und Kämpfe gegen mächtige Riesen und andere Ungeheuer.

Am Ende Ragnaröks (die letzte Schlacht) erliegt Thor dem Gift der Midgardschlange Jormungandr, kann diese jedoch zuvor noch niederstrecken.

 

 

Mythen über Thor:

 

Die Heimholung des Mjöllnir:

 

Einmal gelingt es Thrym, dem König der Eisriesen, Thors Hammer Mjöllnir zu stehlen und ihn nach Thrymheim zu bringen, als Thor auf einem Hügel ahnungslos eingeschlafen war.

Thor ist natürlich sehr erregt als er am nächsten Tag erwacht und feststellt, dass sein Hammer verschwunden ist. Er will seinen Hammer unbedingt zurück haben.

Der Riesenkönig meint, dass er Mjöllnir erst herausgebe, wenn man ihm Freya zur Frau mache. 

Die Idee Heimdalls, sich Freyas Brautkleid zu borgen, um den Riesen in Verkleidung einer Braut zu überlisten, nimmt sich Thor sehr zu Herzen. Letztlich wird er von Loki, der als seine Brautjungfer mit nach Thrymheim reisen will, überredet den Plan Heimdalls zu exekutieren.

 

So begeben sich Thor und Loki nach Thrymheim zum Palast des Königs und werden gebeten Platz zu nehmen. Thors Hunger ist so ungebändigt, dass er das komplette Aufgebot an Speisen verzehrt und den gesamten Met leer trinkt. Loki erklärt sein Ungestüm damit, dass Thor tagelang nichts gegessen habe und äußerst aufgeregt sei. Hingerissen vom Temperament seiner zukünftigen Braut ruft Thrym ahnungslos nach Thors Hammer, damit sie darüber ihre Heiratsschwüre sprechen mögen. Als der Hammer gebracht wird ergreift ihn Thor sofort, streift seine Tarnung ab und erschlägt wie im Rausch eines Berserkers auf der Stelle Thrym und die  versammelte Riesenschar mit der Macht des Mjöllnir.

 

 

 

Balder:

 

Der schöne Balder ist der Gott des Frühlings, des Lichts, der Reinheit, der Gutmütigkeit und der Gerechtigkeit. Er ist so rein, dass ein Schein von ihm ausgeht. Balders Wesen ist geprägt von Friedfertigkeit und Liebe und er ist dementsprechend beliebt bei den Göttern. Er ist ein Sohn Odins und hat seinen Sitz in der Burg Breidablik in Asgard. Seine Frau ist Nanna, die ihm einen Sohn namens Forseti zur Welt bringt.

 

Balder wird mit der Sonnenrune (Sowilo-Rune) in Verbindung gebracht.

 

 

Durch eine üble List Lokis stirbt Balder während einer Thingversammlung durch einen von seinem Bruder Hödur geworfenen Mistelzweig.

Der Tod Balders leitet den Anfang vom Ende der Welt ein, da mit ihm Schönheit und Friedlichkeit aus der Welt verschwinden. Er wird daraufhin mit Hödur zusammen nach Hel gesandt.

 

Erst nach Ragnarök werden Balder und Hödur aus Helheim wiederkehren und die gereinigte neue Welt in Eintracht und Liebe beherrschen. Eine neue Ordnung wird sich erheben.

 

 

Mythen über Balder:

 

(mehr Mythen über Balder, siehe nächstes Kapitel in "Balders Träume und Balders Tod")

 

 

 

Freyr:

 

Freyr, Gott der Fruchtbarkeit und der Vegetation, stammt wohl von einer uralten Erdmuttergottheit ab.

Er entscheidet wann es regnen und zu welcher Zeit die Sonne scheinen soll. 

Laut den Mythen ist Freyr ursprünglich ein Angehöriger des Wanengeschlechts. Nach dem ersten Krieg zwischen Asen und Wanen in alter Zeit, der mit einem Geiselaustausch zwischen beiden Seiten endet, ist Freyr einer von vier Charakteren (Freyr, Freya, Kvasir, Njörd), die nach Asgard als Geiseln gesandt werden.

Die Asen legitimieren Freyr von nun an die Herrschaftsausübung über Alfheim.

 

Seine Schwester ist Freya. Der Vater der beiden ist der Meeresgott Njörd und ihre Mutter Skadi. Mit Gerda, einer Tochter des Riesen Gymir aus Jotunheim hat er einen Sohn namens Fjölnir.

 

Eines seiner Attribute ist das von den Zwergen geschmiedete Schiff Skidbladnir, das so groß ist, dass es allen Asen Platz bietet. Allerdings kann es auch so klein zusammengefaltet werden, dass es locker in eine Tasche passt. Außerdem hat es stehts frischen Wind in den Segeln und besitzt die Fähigkeit zu fliegen. Des weiteren leisten Freyr sein Pferd und sein sich selbst schwingendes magisches Schwert gute Dienste. Letzteres wird ihm aber bei Ragnarök im Kampf gegen den Feuerriesen Surtur, gegen den er fallen wird, fehlen, da er es einst seinem Knecht Skirnir gegeben hat, als dieser auf Brautwerbung für Freyr ging.

 

 

Ein weiteres Attribut ist Freyrs goldglänzender Eber Gullinborsti, der Luft und Wasser schneller durchreiten kann als jedwedes Pferd. Dessen glänzende Schuppen beleuchten selbst die Nacht.

 

 

Mythen über Freyr:

 

Skirnirs Fahrt: 

 

Einmal blickt Freyr von Odins Hochsitz Hlidskialf herab, der es erlaubt, die ganze Erde zu überschauen und erspäht die schöne Riesin Gerda, für die er große Liebe hegt. Aus dieser Liebe erwächst ihm eine tiefe Depression, da er Gerda nicht bekommen kann. Freyrs Vater Njörd beauftragt dessen Knecht Skirnir, seinen Sohn zu bewegen, seine Sorgen mitzuteilen.

Freyr bittet nun Skirnir für ihn um die Hand der Riesin Gerda, der Tochter des Riesen Gymir und der Angrboda, anzuhalten. Dieser macht sich alsbald nach Jotunheim auf, die Riesin im Auftrag seines Herrn zu umwerben und erhält für seine Reise Freyrs magisches Schwert und sein Pferd als Geschenke. Nachdem Gerda die Mitgift Freyrs, elf goldene Äpfel und den Ring Draupnir zurückweist und eine Heirat mit Freyr ablehnt, droht Skirnir der Riesin mit Runen, die er ritzen will, um sie in Schande und Irrsinn zu stoßen, falls sie Freyr nicht heiraten wolle. Schließlich erklärt sich die Gerda unter Zwang mit einer Heirat einverstanden.

 

 

 

Tyr:

 

Tyr ist ein Himmels- und Kriegsgott und erscheint vermutlich schon vor Odin als höchster der Götter auf der mythologischen Bühne. In seiner ursprünglichen Bedeutung wird er auch mit dem Begriff des Schutzgottes über die Wahrung der Rechte bei den Thingversammlungen assoziiert. Weiterhin zeichnet sich Tyr durch seinen Mut aus und erweist sich als der tapferste der Asen.

 

Tyr gilt auf der einen Seite als Sohn des Riesen Hymir und der Riesin Allgolden (Personifizierung der Ozeane) und auf der anderen Seite als Kind des Odin und der Frigga.

 

 

Tyr hat nur noch eine Hand. Seine andere verliert er bei der Fesselung des Fenriswolfs, als dieser ihm dabei die Hand abbeißt.

Tyr benützt im Kampfe meist seinen Speer.

Als Gott des Krieges ist er jedoch kein Gott der blindwütigen Raserei, sondern vielmehr ein Gott des ehrenhaften Kampfes, der Strategie und der Geschicklichkeit.

 

Bei Ragnarök werden sich Tyr und der Höllenhund Garm gegenseitig töten.

 

 

Mythen über Tyr:

 

Die Fesselung Fenrirs:

 

Als die Götter einst bemerken, dass der Fenriswolf, ein Sohn Lokis, immer größer und gefährlicher wird, entschließen sie sich, aus Furcht er könne einmal Harm über Odin und die Götter bringen, ihn an eine Kette zu legen. Der Wolf schafft es jedoch die ersten beiden Fesseln abzuschütteln. Die Zwerge aber schmieden eine dritte, extrem reißfeste Kette, die aussieht wie ein Seideband und Gleipnir genannt wird.

Fenrir spürt, dass ihm Gefahr droht und meint, dass er sich nur anketten lasse, sofern einer der Götter den Mut aufbrächte seine Hand in sein Maul zu stecken, um ihm zu signalisieren, dass alles mit Rechten Dingen zugehe. Alleine Tyr sieht sich hierfür auserkoren und steckt ihm seine rechte Hand ins Maul. Letztlich gelingt es den Göttern unter anderem durch die mutige List Tyrs den Fenriswolf mithilfe Gleipnirs an einem Felsen anzuketten, den sie anschließend tief in der Erde versenken. Die Götter haben es Tyrs Mut zu verdanken, dass ein großes Übel bis zum Anbruch Ragnaröks abgewendet werden kann.

 

 

Ein Fest der Götter:

 

Einst entscheiden die Götter ein Fest zu halten, und sie wollen dass Ägir, Gott des Meeres, sie bewirten soll. Aber Ägir ist darüber nicht begeistert. Er bestreitet einen so großen Kessel zu haben, der groß genug sei, um Met für alle Götter zu brauen. Thor solle doch nach Möglichkeit einen geeigneten Kessel beschaffen. Doch stellt sich heraus, dass keiner der Götter im Besitz eines solch großen Kessels ist. Tyr erinnert daran, dass sein Vater, der Riese Hymir, einen großen Kessel hat, der eine Meile tief ist. Aber die Götter wissen, dass sie Verschlagenheit anwenden müssen, um den Kessel von ihren Feinden, den Riesen zu erhalten.

 

 

 

Njörd:

 

 

Njörd ist der Gebieter über die Ozeane und der Herrscher über die Winde. Er gilt als Schutzpatron der Fischer und Seefahrer. Mit der in den Bergen beheimateten Göttin Skadi, mit welcher er zwischenzeitlich eine Ehe pflegt, hat er die zwei Nachkommen Freyr und Freya. Sein Wohnsitz ist Noatun, der Schiffsplatz.

 

In uralten Zeiten gehört er dem Wanengeschlecht an, welches einst zusammen mit den Asen zu einem gemeinsamen Asenbund verschmilzt.

 

 

Mythen über Njörd:

 

Die Ehe mit Skadi:

 

Njörd und Skadi pflegen zeitweilens eine Ehe, die jedoch zum scheitern verurteilt ist. Zunächst lädt Njörd seine Gattin ein neun Nächte lang mit ihm in Noatun am Meer zu verbringen. Skadi willigt ein, kann aber wegen dem Geschrei der Möwen keinen Schlaf finden. Infolgedessen überredet Skadi ihren Gatten Njörd dazu mit ihr drei Nächte lang in den Bergen zu übernachten. Njörd kann jedoch das Geheul der Wölfe nicht ertragen und sehnt sich nach dem Meer zurück. Aufgrund gegenseitiger Differenzen trennen sich die beiden anschließend. Aus ihrer kurzweiligen Beziehung resultieren allerdings die Kinder Freyr und Freya.

 

 

 

Heimdall:

 

Der Gott Heimdall ist der Wächter der Regenbogenbrücke Bifrost, die Asgard und Midgard miteinander verbindet und Hüter des morgendlichen Tageslichts. Er ist der Sohn Odins in seiner Verbindung mit den neun Ägirstöchtern, den Kindern eines Riesen namens Ägir. Heimdall ist in den Himmelsbergen Himinbjörg (Himmelsburg) sesshaft und betrachtet den Widder als heiliges Tier.

 

Heimdall schläft kaum, kann bei Tag und Nacht 100 Meilen weit sehen und hört das Gras auf der Erde und die Wolle auf den Schafen wachsen. Seine Zähne sind aus Gold.

 

 

Unter einer Wurzel Yggdrasils weiß Heimdall sein großes Horn verborgen, welches Gjallarhorn genannt wird. Man kann dessen Ruf in allen Neun Welten vernehmen. Erst zu Beginn Ragnaröks wird Heimdall in das Gjallarhorn blasen, um den Asen das Signal zum Kampfe zu geben.

 

Bei Ragnarök wird er als letzter zusammen mit seinem Erzfeind Loki den Tod erleiden.

Bis zu diesem Tage erfreut sich Heimdall in seinem Palast Himinbjörg an den Verlockungen des Mets.

 

 

 

Bragi:

 

Bragi ist der Gott der Dichtkunst und ein Sohn Odins mit der Riesin Gunnlod. Er wird geboren nachdem Odin um einen Schluck vom Dichtermet zu bekommen drei Nächte lang mit der Gunnlod geschlafen hat. Seine Gattin Idun hat ihm die Runen in die Zunge geritzt, wodurch er Weisheit und Redegewandtheit erlernt hat und als der erste Skalde betrachtet wird. Im Auftrage Odins ist er gewillt Lieder zu Ehren der Götter und der toten Helden in Walhall zu komponieren. So begrüsst Bragi auch zusammen mit seinem Bruder Hermod die Einherjer beim Einzug in Walhall.

 

 

Bragis graues Haar und sein langer Bart umfließen seinen Körper, die Schwingungen der Musik und der Lieder nachahmend, die er darstellt.

 

 

 

Ullr:

 

Ullr ist der Gott des Skilaufens, des Winters, der Jagd und des Todes. Er ist aber auch als Gott der Rechtsordnung und der Eide, Schutzgott des Zweikampfs und als Ackerbau- und Weidegott bekannt. Er steht für Klarheit, Gerechtigkeit, Geschicklichkeit und Treffsicherheit. Er ist einer der Bewahrer des Thingfriedens und er ist der Herr der Eiben.

 

Ullr ist ein Sohn von Sif und einem unbekannten Eisriesen und somit ein Stiefsohn von Thor. Er unterhält ein Eheverhältnis mit der Skadi. In Asgard soll er sich selbst seine Halle Ydalir errichtet haben. Ullr verkörpert den Schwarzmond, ist schön von Angesicht und geprägt von kriegerischer Gestalt.

 

 

Seine Attribute sind der Bogen, die Ski, die Eibe und ein Ring. Der Ring symbolisiert die Eide, da Ullr unter anderem auch als Gott der Eide Identifikation findet.

Da Ullr von einem Eisriesen abstammt verwundert es kaum, dass er sich im Winter am wohlsten fühlt.

 

 

 

Hermod:

 

Hermod ist der Götterbote unter den Asen und wird äquivalent hierzu auch als "der Schnelle" bezeichnet. Sein Vater ist Odin und seine Mutter Frigga. Hermods beide Brüder sind Balder und Hödur.

 

Mit dem Dichter Bragi begrüßt er die in Walhall ankommenden Einherjer und gilt als deren Anführer.

 

 

 

Mythen über Hermod:

 

Hermods Helritt:

 

Im Auftrag Odins reitet Hermod mit seines Vaters Pferd, dem achtbeinigen Sleipnir für neun Nächte in das Totenreich der Hel, um diese zur Herausgabe des ermordeten Balder zu bewegen. Diese Begebenheit bezeichnet man auch als "Hermods Helritt". Die Hel weigert sich Balder gehenzulassen, bevor nicht alles und jeder um ihn weine. So kommt es, dass alle Lebewesen um Balder trauern, nur Loki in Gestalt der Riesin Thökk vergießt keine einzige Träne. Damit scheitern auch die Bemühungen Hermods die Hel zur Freilassung seines Bruders zu bewegen.

 

Immerhin erweist sich der Helritt letztlich nicht als ganz vergebens, da Hermod Odins Zauberring Draupnir, der unter anderem für Fruchtbarkeit und Reichtum steht, zurück nach Asgard bringt, jenen Ring den Odin einst bei Balders Bestattung unter dessen Leichnahm gelegt hat.

 

 

 

Hödur:

 

Hödur ist ein blinder Gott. Seine Eltern sind Allvater Odin und die Göttin Frigga. Balder ist Hödurs Zwillingsbruder und Hermod ein weiterer Bruder.

 

Der blinde Hödur beurteilt die Menschen nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild, sondern nach den inneren Werten. Die beiden Zwillinge Balder und Hödur stehen für Odins Zwiespältigkeit. Balder verkörpert Odins positive Charaktereigenschaften und Hödur seine dunkle Seite.

 

 

So ist es auch Hödur, der durch eine üble List Lokis in falschem Glauben gelassen wird und somit den Tod Balders, unwissentlich und ungewollt, durch einen geworfenen Mistelzweig auf Geheiß Lokis herbeiführt.

Von seinem Halbbruder Wali gerächt, wird auch er zusammen mit Balder nach Helheim gesandt.

 

Nach Ragnarök werden Hödur und Balder aus dem Totenreich wiederkehren und in Walhall in Eintracht herrschen.

 

 

 

Wali:

 

Wali gilt in der nordischen Mythologie als der Rächer des Balder, der von seinem blinden Bruder Hödur durch eine List Lokis durch einen Mistelzweig getötet wird.

 

Wali ist ein Naturgott und somit auch Gott des Frühlings. Des weiteren gilt er aber auch als Rächergott. Er erweist sich als kühn in der Schlacht und als ein guter Schütze.

 

Wali wird nach einer zwanghaften Einwilligung der Riesin Rind, mit Odin ein Kind zu zeugen, geboren. Sein Bruder heißt Widar. Wali soll an nur einem Tag zum Mann geworden sein. Erst eine Nacht alt rächt er die Ermordung seines Halbbruders Balder und tötet dessen versehentlichen Mörder, seinen blinden Halbbruder Hödur.

 

 

Wali ist die Personifikation des unsterblichen Geistes, des inneren, ewigen Lebenslichts und der Macht, die alles in der Natur ernährt.

Er wird gewöhnlich mit einem Bogen dargestellt. Damit kann er seine lebensspendende Macht überall auf Midgard walten lassen.

 

 

 

Widar:

 

Widar ist ein Natur- und Waldgott aber auch ein Rachegott. Er entstammt dem Liebesakt zwischen Odin und der Riesin Grid.
Situiert an einem stillen und friedlichen Ort liegt seine Wohnung Landwidi (=Weites Land) oder Widi (=Weite), ein grüner, von Gesträuch und hohem Gras bewachsener Lebensraum.

 

Er ist ein stiller und einsamer Gott. Widar zeichnet sich dadurch aus, dass er kaum ein Wort redet, denn erst bei Ragnarök, beim Tod seines Vaters Odin, bricht er sein Schweigen. Widar symbolisiert die reine Gewalt und ruhige Macht der Natur. Er entspricht dem Bilde eines großen und freundlichen Mannes und nach Thor ist er der stärkste der Asen.

 

 

Widar zeichnet sich durch seine großartige Kraft, seinem Schwert und einem aus Leder bestehenden stabilen Schuh aus. Um in der letzten Schlacht seinen gefallenen Vater zu rächen stürzt er sich mit seinem Schuh in den Rachen des Fenriswolfs und reißt ihm sein Maul entzwei.

 

Nach den Verheerungen Ragnaröks wird er zusammen mit seinem Halbbruder Wali in der wiedergeborenen Welt des Friedens herrschen.

 

 

 

Magni & Modi:

 

Magni

 

  Modi

 

Magni und Modi werden als die Söhne Thors und der Riesin Jarnsaxa beschrieben. Ihre Halbschwester ist Thrud. Sie stellen die Personifikation der Eigenschaften Thors dar. Magni erweist sich als stark und kräftig und Modi verkörpert den Mut und den Jähzorn seines Vaters.

 

Im Alter von drei Jahren hilft Magni seinem Vater, als dieser den Riesen Hrungnir zur Strecke bringt und selbst verwundet unter dessen schweren Körper liegt, ihn aus dieser misslichen Lage zu befreien, nachdem alle anderen Götter nicht die Kraft besitzen den schweren Riese zu stemmen. Zum Dank erhält Magni das prächtige Pferd des Riesen, Gullfaxi.

 

Magni und Modi sind eine der wenigen Götter die Ragnarök überleben. Beim Einbruch der neuen Welt werden beide Söhne ihres Vaters Hammers Mjöllnir erben und somit ihre Herrschafft festigen.

 

 

 

Forseti:

 

Forseti ist in der nordischen Mythologie der Gott des Rechts und der Gesetze, sowie Vorsitzender der

Thing-Versammlung. Darüber hinaus nimmt er als Gott des Windes und des Fischfangs Identität an. Der „gerechte Richter” Forseti gilt als Sohn des Balder und der Nanna. Seine Residenz hat er in Glastheim, im Saale Glitnir, dessen Pforten in Gold und dessen Saaldach in Silber erstrahlet. In dieser Halle spricht er täglich Recht über Götter und Menschen und schlichtet jeden Zwist.

 

 

Forseti hat die Gabe der Überzeugungskunst, die ihm ermöglicht, Streitigkeiten meist mit friedlichen Mitteln zu beenden. All jene, die dem Frieden abgeneigt sind, tötet er. Forseti ist der oberste Richter Asgards und besitzt erstaunliche Weisheit in Gerechtigkeitsangelegenheiten, in denen auch seine Vernunft zum Ausdruck kommt.

 

 

 

Mani:

 

Der Gott Mani personifiziert in der nordischen Mythologie den Mond. Sein Vater ist der Riese Mundilföri und seine Schwester die Sonnengöttin Sol. Da Mundilföri seine Kinder wegen ihrer Schönheit nach auf die Namen Sol (=Sonne) und Mani (=Mond) tauft und auf die Vermählung seiner Tochter mit Glenr pocht, setzen die Götter sie als Wagenlenker dieser Gestirne ein.

 

Mani fährt mit einem von Pferden gezogenen Wagen über den Himmel. Seine Begleiter sind Bil und Hjuki, die beiden Kinder von Vidfinnr. Mani hat sie einst zu sich genommen und sie symbolisieren seit dem die Mondflecken.

 

 

Das Gespann wird ständig von den Wölfen Skalli (=Skoll) und Hati (=Hasser) verfolgt. Am Tag des Weltuntergangs Ragnarök wird der Wolf Hati das Gespann einholen und den Mond verschlingen. Einer anderen Überlieferung nach wird der Wolf Manegarm den Mond verschlingen und das verspritzte Blut wird die Sonne verfinstern.